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Neues von den Kleindenkmalen:


Neuer Gedenkstein erinnert an die Ermordung des Waldschützen Martin Thumm

Im September 2014 wurde im Schönbuch ein neuer Gedenkstein aufgestellt, der an die Ermordung des Waldschützen Martin Thumm aus Pliezhausen-Gniebel erinnern soll. Wie es dazu kam, schildert der Stifter des Gedenksteins, Herr Helmut Thumm, in folgendem Bericht:

Zur Geschichte:
Martin Thumm entstammt ebenso wie ich selbst, dem Alt-Württembergischen Geschlecht THUMM aus Wolfschlugen, das seit 1400 belegt ist. Im Zuge meiner 35-jährigen THUMM- Familienforschung war er mir aus den Kirchenbüchern in Gniebel bekannt. Dort wurde im Totenbuch Gniebel unter dem Datum 7.12.1860 vermerkt: „im Wald in verbrecherischen Weise von einem Wilderer erschossen“. Weiteres war weder beim Standesamt, noch in den Kirchenbüchern zu erfahren.
In der „Tübinger Chronik“, Amts- und Anzeigenblatt für den Bezirk Tübingen Nr. 242 vom Dienstag, 11. Dezember 1860, wurde der mutmaßliche Mörder steckbrieflich gesucht. Dieser hat sich kurze Zeit später schließlich selbst das Leben genommen und wurde am Sonntag, 16. Dezember 1860 im Walddorfer Gemeindewald aufgefunden.

Die Suche nach dem Ort des Geschehens gestaltete sich schwierig. Weder der Förster, Waldarbeiter, Jäger oder ältere Bürger von Gniebel kannten die Stelle. Doch eines Tages begegnete ich Robert Kern, der die Stelle noch kannte. Da er aber schon etwas älter war und es ihm beschwerlich war, die Stelle im Winter aufzusuchen, haben wir den Termin auf Frühjahr verschoben. Leider ist er einige Wochen vor dem vereinbarten Treffen verstorben und die Suche begann von neuem. Dann kam ich 2009 über Otto Früh aus Oberensingen mit Hermann Kern aus Gniebel zusammen. Er kannte die Geschichte gut, wusste aber den Platz auch nicht. Auch seine Verwandschaft nicht.
Doch eine ältere Frau lebte noch, die ihr Lebtag im Wald arbeitete und Pflanzen setzte. Vermutlich war es Gretel Armbruster. Sie wusste die Stelle und zeigte sie ihm, und er zeigte sie wiederum mir. Die Angehörigen des Martin Thumm pflanzten an der Mordstelle im „Bannhölzle“ eine Eiche, die als THUMM-Eiche“ bekannt war. Auch der Weg dahin wurde im Volksmund „THUMM- Allee genannt. Gegenüber der Stelle war ein Tannenwald, der dem Sturm „Lothar“ an Weihnachten 2000 zum Opfer gefallen ist. Der Gedenkstein steht gegenüber eines alten Hochsitzes. Der bislang stark überwachsene Weg wurde kürzlich erst etwas ausgelichtet. Nachdem nun die Nachforschungen abgeschlossen und der Ort des Geschehens gefunden wurde, war es mein Wunsch, Martin Thumm ein Denkmal zu setzen, wie es im Schönbuch unzählige davon gibt. Diesen Wunsch trug ich auch dem zuständigen Förster, Johannes Schempp vor. Es dauerte nicht lange und schon im September 2011 hat er mir die Genehmigung und das Einverständnis der waldbesitzenden Gemeinde Pliezhausen zugesandt. Mein Vereinskamerad Sascha Hermann aus Pliezhausen, der gerade die Meisterprüfung als Steinmetz abgelegt hatte, erklärte sich sofort bereit, diesen Stein zu gestalten. Die Suche nach einem geeigneten örtlichen Sandstein war etwas schwierig. Aber auch das Problem wurde gelöst und ein Pliezhäuser Sandstein gefunden. Sascha Hermann hat den Stein im Sommer 2014 fertiggestellt und zusammen haben wir ihn an Ort und Stelle aufgestellt. Damit erhält nun der Waldsschütz Martin Thumm endlich die Würdigung, die er eigentlich schon längst hätte haben sollen.

Rommelsbach, im August 2015
Helmut Thumm


Weitere Informationen zum Gedenkstein Thumm sind in der Datenbankbeschreibung enthalten (über "Liste Kleindenkmale - Landkreis Reutlingen" oder in der Übersichtskarte "Gedenkstein")